Die wahre Größe des Songhay Reiches war durch mehr als die bloße Expansion seines Imperiums, über ein Territorium welches größer als Europa war, begründet. Dieses war zwar groß, weitaus größer jedoch war die Wiederkehr der Gelehrsamkeit die sich im großen Stil unter den Schwarzen West Afrikas verbreitete – Im West Sudan oder „Dem Land der Schwarzen“. Drei der Hauptzentren der Gelehrsamkeit waren Jenne, Gao und Timbuktu. Am obersten Ende dieses Bildungssystems stand die Weltbekannte Universität von Sankore, die Studenten aus ganz West Afrika und Gelehrte aus verschiedenen Ländern anzog. Sie war vor allem für ihren hohen wissenschaftlichen Anspruch bekannt und deswegen auch für seine sehr hohen Zugangsvoraussetzungen.

Die Universitätsstruktur bestand aus einer Juristischen Fakultät, Fakultäten für  Medizin und Chirurgie, Kalligraphie, Grammatik, Geographie und Kunst ( In diesem Zusammenhang bedeutete Kunst praktisches Training in Herstellungsverfahren, Baukunst und anderen verwandten Handwerkskünsten. Nach dieser Basis Ausbildung wurde die benötigte praktische Expertise im traditionellen Lehrsystem der Handwerksgilden vertieft.) …………..

Sankore Madrassa

Und es gab noch etwas anderes das zwangsläufig unterhalb des Universitätssystems bestehen mußte, für welches es jedoch keinen schriftlichen Beleg gibt. Dies war ein westafrikanische Grund und Oberschulsystem ohne welches die Universität von Sankore, mit seinen gehobenen Ansprüchen, nicht existieren hätte können.

Wie wir bereits aufgezeigt haben, hatte sich die Religion des Islams und deren arabische Sprache weitläufig in Westafrika verbreitet, und wurde vor allem von Schwarzen Herrschern, Nobelleuten, Händlern und deren direktem Gefolge angenommen. Die Massen behielten ihre traditionellen Religionen bei, obwohl es tausenden von ihnen als zweckdienlich empfanden, sich in Städten Muslimisch zu präsentieren.

Die arabische Sprache, ungleich jeder anderen in Europa, brachte drei Arten von Vorteilen in seiner Verbreitung. Wie Latein in Europa jener Zeit, war es eine Sprache der Religion und Gelehrsamkeit, aber im Gegensatz zu Latein, war arabisch auch die Sprache des Geschäfts und des Handels. Aus letzterem Grund fand es unter den Schwarzen weiter Verbreitung,  als es ansonsten der Fall gewesen wäre. Arabisch war auch die Sprache der Wissenschaftler in Westafrika, unabhängig davon ob diese Muslime waren oder nicht.

1280px-Medersa_Sankore

Das Studium des Korans, Rechtslehre, und Literatur war der Kern des Curriculums an der Universität. Und all diese Umstände machten das weitverbreitete wiederaufblühen der Gelehrsamkeit in Westafrika, dem Anschein nach, zu einer rein muslimischen Angelegenheit. Die Fakten sprechen jedoch dafür, daß der Wissensdurst dermaßen überwältigend war, daß die Einführung jeder beliebigen Schriftsprache, nach dem Verlust der eigenen einheimischen Schrift, als Gottes Geschenk willkommen geheißen worden wäre. Nicht nur die Möglichkeit wieder lesen und zu schreiben zu können, sondern auch höhere Bildung zu erreichen, war weitaus wichtiger für die meisten Afrikaner als das Vehikel der Religion als Medium, sei sie muslimischer oder christliche Orientierung. Für die christlichen und muslimischen Missionare war Religion das Hauptziel, doch für die meisten Afrikaner war dies die Bildung.

Es ist bemerkenswert das die Renaissance in Afrika  zur selben Zeit wie die europäische auftrat, zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert, und daß in beiden Gebieten Europa und Afrika Islamische Quellen der Auslöser waren…………..

 

Frei übersetzte Auszüge aus :

Chancellor Williams, The Destuction of Black Civilisation, Third World Press, Chicago 1987